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Wespen – Kein Grund zur Panik

NABU gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Wespenbesuch

Sommerzeit ist Wespenzeit. Doch die Begegnung mit ihnen ist noch längst kein Grund zur Panik. Lediglich zwei Arten sorgen für den schlechten Ruf der Hautflügler. Der NABU gibt Verhaltenstipps für ein friedliches Nebeneinander.

Wespenkönigin auf Schlehe - Foto: Helge May

Wespenkönigin auf Schlehe - Foto: Helge May

Wespen haben bei uns einen schlechten Ruf. Doch dafür sind gerade einmal zwei Arten verantwortlich: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Sie können dem Menschen lästig werden, indem sie Nahrungsmittel anfliegen, um Futter für sich und ihre Brut zu sammeln. Der NABU rät deshalb, Getränke und Speisen gerade im Hochsommer abzudecken.

„Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe von Wespen und Hornissen vermieden werden", rät Katja Burmeister vom NABU-Mecklenburg-Vorpommern. Auch das Anpusten der Tiere ist keine gute Lösung, da das Kohlendioxid in der Atemluft ein Alarmsignal für die Tiere darstellt und sie in Angriffsstellung versetzt. „Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aggressivität und man geht ihnen dann am besten aus dem Weg." Auch auf geblümte Kleidung und süßliches Parfüm verzichtet man besser in der Nähe von Wespen. Werden diese einfachen Verhaltensregeln beachtet, steht einem friedlichen Nebeneinander von Mensch und Wespe nichts entgegen. „Freuen Sie sich eher über ihre fliegenden Nachbarn, denn dank ihrer Hilfe haben sie weniger lästige Mücken", so Katja Burmeister.

Schließlich sind Wespen und Hornissen sogar sehr nützlich. Ein Hornissenvolk trägt täglich rund ein halbes Kilogramm Insekten als Beute ins Nest ein. Außerdem sind Wespen und Hornissen neben Bienen wichtige Blütenbestäuber und tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Viele Menschen entdecken im Laufe des Jahres in ihrer Umgebung Wespennester. Ein Wespen- oder Hornissennest ist jedoch - auch in naher Umgebung - meist kein Grund zur Sorge. „Die Nester der meisten Wespenarten stellen für uns Menschen keinerlei Gefahr dar", so Katja Burmeister. Und was viele Menschen nicht wissen: „Ein Wespenvolk lebt nur vom Frühjahr bis zum Herbst. Zwischen August und Oktober stirbt der gesamte Wespenstaat ab, nur die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen sich einen Unterschlupf für den Winter. Von ihnen schafft es nur etwa jede zehnte, im kommenden Frühjahr ein neues Volk zu gründen", erklärt die Expertin. „Im Herbst gibt es dann oft Gelegenheiten, sich solch ein verlassenes Wespennest einmal aus der Nähe anzuschauen. Das sind wahre Naturkunstwerke", so Katja Burmeister.


Hornissen am Nest - Foto: Helge May

Hornissen am Nest - Foto: Helge May

Erst im April oder Mai erwacht die Jungkönigin aus ihrer Winterruhe und gründet ein neues Volk. Sie beginnt vorerst alleine aus abgeschabtem Holz und Speichel ein Nest zu bauen und Eier zu legen. Aus diesen Eiern schlüpfen die ersten Weibchen, die sogenannten Arbeiterinnen, welche nun der Königin beim weiteren Nestbau und der Brutfürsorge helfen. Das Volk wächst nun stetig und im Sommer werden in größeren Zellen Jungköniginnen und Drohnen, die männlichen Wespen, herangezogen. Das Nest hat zu diesem Zeitpunkt seine volle Größe bereits erreicht. Bei gutem Wetter verlassen die Geschlechtstiere (Jungköniginnen und Drohnen) das Nest und schwärmen zum Hochzeitsflug aus. Während sich die jungen Königinnen nach der Paarung einen Platz für die Überwinterung suchen, sterben die Drohnen bald.

Freihängende Nester befinden sich oft unter Dächern oder im Schuppen. Bewohner solcher fußballgroßen Nester ist meist die Sächsische Wespe, die oft in menschlicher Nähe siedelt, aber ungefährlich und kein Gast der Kaffeetafel ist. Ganz im Gegenteil, auch diese Sächsische Wespe ist als Insektenvertilger sehr nützlich. Zudem stirbt das Wespenvolk dieser Art natürlicherweise bereits im August.

Und falls man trotz aller Vorsicht doch einmal von einer Wespe gestochen wird, können durch Kühlen der Einstichstelle Schwellungen vermieden werden. Auch das Auflegen von Zwiebelscheibe, Gurkenscheibe oder Spitzwegerichblättern soll helfen, so Katja Burmeister. „Allergiker sollten allerdings schnellstens einen Arzt aufsuchen."


Nützliche Verhaltenstipps:

  • Vermeiden Sie hektische und panische Bewegungen.
  • Pusten Sie das kunstvoll gebaute Nest nicht an, rütteln Sie nicht daran oder verstellen die Flugbahn. Das Kohlendioxid in der Atemluft stellt ein Alarmsignal für Wespen dar.
  • Bei bestimmten Wetterlagen (z.B. Gewitter) oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aggressivität.
  • Dunkle, wallende oder bunte Kleidung sowie lange wehende Haare stellen in Nestnähe ein Beunruhigungspotential für Wespen dar.
  • Versuchen Sie, Wespen, die in die Kleidung geraten sind, ruhig heraus laufen zu lassen.
  • Wespen mögen weder Parfüm noch Haarspray und schon gar nicht Insektenspray.
  • Tiere nicht anpusten oder nach ihnen schlagen.
  • Decken Sie Getränke und Speisen vor allem im Hochsommer ab.
  • Lassen Sie Kinder mit Strohhalmen trinken.
  • Verzichten Sie auf ungeeignete Abwehrmittel, wie z.B. Insektensprays oder Wespenfallen.
  • Erklären Sie Kindern die Zusammenhänge und gucken Sie sich gemeinsam ein verlassenes Wespennest an.

Heimische Wespenarten

In Deutschland leben 13 staatenbildende Faltenwespenarten. Ihren Namen verdanken sie der Fähigkeit, die Vorderflügel längs einfalten zu können. „Elf Arten sind eher menschenscheu und treten fast nie als ungebetene Gäste an der Kaffeetafel auf", weiß Katja Burmeister. Faltenwespen werden in zwei Gruppen unterschieden:

Die Langkopfwespen sind allesamt friedliche Vertreter mit kleinen Völkern (100-500 Tiere), die sich niemals an unseren Lebensmitteln verköstigen. Bereits Ende August/Anfang September gehen die Staaten wieder zugrunde. Häufig sind es die Sächsische Wespe und die Mittlere Wespe, die ihre Nester unter Dachvorsprüngen bauen. Die Waldwespe und die hier selten anzutreffende Norwegische Wespe legen ihre Nester bevorzugt in der Krautschicht an.

Zu den Kurzkopfwespen gehören die friedfertige, im Boden nistende Rote Wespe sowie die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Die beiden letztgenannten Arten können lästig werden und sind für die meisten Probleme verantwortlich. Sie bilden große bis sehr große Völker (1.000 bis 10.000 Tiere) und verköstigen sich gerne an Lebensmitteln. Die Nester werden im Boden oder großen Hohlräumen (z.B. Rollläden) angelegt und das Volk geht meist Anfang November zugrunde.


Die sehr friedfertige Hornisse ist unsere größte Wespe. Natürlicher Neststandort sind Höhlen in alten Bäumen. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit besiedelt sie auch andere Hohlräume, wie Vogelnistkästen, Dachböden und Verschalungen. Als einzige heimische Wespe ist die Hornisse auch nachtaktiv. Die Völker bestehen aus 100 bis 600 Tieren und leben bis zum ersten Frost.


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Source: https://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/bienen-und-co/16046.html

Posted by: browntherear68.blogspot.com

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